Urban Sketcher Stefan Eisele: „Kunst ist Konzentration“ – Interview mit Marcel Schlegel

Urban Sketcher Stefan Eisele: „Kunst ist Konzentration“

– Interview mit Marcel Schlegel –

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0711Blog: http://www.0711blog.de/aleisa-stefan-eisele/

Aleisa - Stuttgart Rotenberg Grabkapelle - Tusche und Aquarell - Din A4
Aleisa – Stuttgart Rotenberg Grabkapelle – Tusche und Aquarell – Din A4

Stefan Eisele alias Aleisa ist ein Urban Sketcher. Klingt fancy, ist aber eigentlich rasch erklärt: Der 28-Jährige läuft durch die Stadt und zeichnet an seinen Lieblingsorten seine Lieblingsmotive – vornehmlich in seiner Wahl-Heimat Stuttgart. Wir sprachen mit dem schwäbischen Künstler.

Wie bist du zum Malen und Zeichnen gekommen?

S: „In der Schulzeit haben mich Comics fasziniert. Dabei waren es weniger die Geschichten, als vielmehr die Zeichnungen, die mich interessierten. Dann habe ich einfach angefangen, selbst Comics zu zeichnen. Sehr ausdauernd war ich dabei aber nicht. Wenn ich ein oder zwei Seiten gezeichnet hatte, wollte ich ein neues anfangen. Aber so bin ich zum Zeichnen gekommen.“

Wie kam es dann zum Schritt von Comic-Zeichnen zur Aquarellmalerei?

S: „Normalerweise male ich gern in größeren Formaten. In Pforzheim an der Hochschule für Gestaltung, wo ich meinen Bachelor machte, war die Möglichkeit gegeben, auf große Leinwände zu malen. Dort habe ich mit Spraydosen, Acrylfarben und Ölfarben gemalt. Zur Aquarellmalerei bin ich dann gekommen, weil ich hier in Stuttgart kein Atelier hatte.“

Wieso eigentlich „Aleisa“?

S: „Der Name Aleisa setzt sich zusammen aus Albert Eisele Achern. Aleisa war der Markenname der Klapphutfabrik meines Urgroßvaters. Ich trage seinen Vornamen als Zweitnamen. Deshalb fand ich es passend, diesen Namen weiterzutragen.“

Wie findest du deine Motive?

S: „Ich fahre oft mit der U-Bahn durch Stuttgart und versuche, Personen abzuzeichnen. Dabei ist es wichtig, dass eine Person zumindest für ein paar Minuten die gleiche Haltung einnimmt. Durch das Smartphone bewegen sich die Leute kaum mehr. Das sind super Motive. Und natürlich bietet jede interessante Architektur in Stuttgart ein gutes Motiv. Dabei ist es wichtiger, wie man das Motiv in das Blatt setzt, als das Motiv selber. Ein spannender Bildaufbau kann jedes noch so uninteressante Motiv spannend wirken lassen.“

Aleisa - Stuttgart -Eugensplatz - Tuschestift und Aquarell - Din A4 - RGB - KL
Aleisa – Stuttgart -Eugensplatz – Tuschestift und Aquarell – Din A4 – RGB – KL

Wie inspiriert dich fremde Kunst auch persönlich?

S: „Im Internet bin ich mal auf ein Bild gestoßen, das ein Kind zeigt, welches zu seiner Mutter sagt: ,Mum, when I grow up, I want to be an artist’ – und die Mutter antwortet: ,Well son, you have to decide, you can’t do both.’
 Das spielerische und zweckungebundene Arbeiten ist bei Kindern selbstverständlich und wird nicht hinterfragt. Die Kunst prägt meinen Alltag insofern, als dass ich mir erlaube, Dinge aus Spaß auszuprobieren, die zunächst keinen Zweck erfüllen oder Profit versprechen.“

Aleisa - Stuttgart Haus der Wirtschaft - Tusche und Aquarell - Din A4 - RGB - KL
Aleisa – Stuttgart Haus der Wirtschaft – Tusche und Aquarell – Din A4 – RGB – KL

Das Künstlerische scheint in Dir also schon seit Kindertagen angelegt …

S: „Ja, ich hatte schon in der Schule Kunst und Musik als Hauptfächer. Mein Interesse für Kunst war also schon immer sehr groß. Sobald ich Zeit habe, zeichne ich oder spiele Klavier. Außerdem gehe ich gerne ins Museum und schaue mir moderne und zeitgenössische Kunst an.“

Was gibt Dir das Zeichnen?

S: „Die Situation, sich für zwei Stunden hinzusetzen und die Konzentration aufrechtzuerhalten beim Zeichnen, ist immer wieder eine Herausforderung. Vor allem bei den heutigen Ablenkungen, die durch die Medien gegeben sind. Man lernt, sich auf eine Sache zu fokussieren und alles andere für kurze Zeit auszublenden.“

Porträtfoto: Adrian Kopper

Stefan Eisele ist Teil der Urban Sketchers Stuttgart, einer Gruppe, die sich regelmäßig zum Zeichnen trifft. Nach einer kurzen Begrüßungsrunde sucht jeder sein eigenes Motiv und die Gruppe trennt sich. Nach ungefähr zwei Stunden trifft man sich wieder in einem nahegelegenen Café und wer will, zeigt seine entstandenen Bilder. „Das Schöne ist“, sagt Eisele, „es treffen sich hier Personen unterschiedlichsten Alters und Herkunft.“ Und weiter: „Es ist immer wieder spannend, zu den sogenannten Scetchcrawls zu gehen und bekannte wie auch neue Gesichter zu sehen.“

Aleisa – Stuttgart Hauptbahnhof – Aquarell & Fineliner – Din A4

Aleisa - Stuttgart Hauptbahnhof - Tusche und Aquarell - Din A4
Aleisa – Stuttgart Hauptbahnhof – Tusche und Aquarell – Din A4

It became a competition to draw as fast as you could stand the cold weather. Another problem for me was the fast change of the lighting situation. When I came to the point to colorize the sketch, the light became so dark that i had to finish the piece of work at home. This is showing the train station in Stuttgart. Flags are blowing in different directions, because the wind changed during process.

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Aleisa – Universität Vaihingen – Aquarell & Fineliner – Din A4

Aleisa - Stuttgart Universität - Tusche und Aquarell - Din A4
Aleisa – Stuttgart Universität – Tusche und Aquarell – Din A4

One of the last summer-days in 2016. The sun was shining and I was sitting behind the bus station Universität (Vaihingen). On my everyday walk to the HdM Stuttgart, I always get to see this not-so-beautiful building. But for me, it seemed to be interesting to draw because of the structure and the desaturated colors.

Aleisa – Sktech Crawl 14.08.16 – Stuttgart – Rotenberg Grabkapelle – Tusche&Aquarell – Din A4

Aleisa - Stuttgart Rotenberg Grabkapelle - Tusche und Aquarell - Din A4
Aleisa – Stuttgart Rotenberg Grabkapelle – Tusche und Aquarell – Din A4

This was the first time I met the group Urban Sketchers Stuttgart. We gathered around the Grabkapelle Rotenberg in Stuttgart, to draw different perspectives of the architecture and the panorama view. It was an incredible hot day with approx. 30 degrees in the shadow.

 

Aleisa – Zentralamerika & Kolumbien (Reisetagebuch 04.03.2015 – 31.07.2015)

Zurück aus Zentralamerika! Hier das Reisetagebuch, das zum Teil schon auf Facebook veröffentlicht wurde. http://www.aleisa-art.com/scribbles/

Aleisa – Reisetagebuch – Mexiko / Guatemala / Honduras / Nicaragua / Costa Rica / Panama / Kolumbien

I painted these sketches on my this year’s five month trip through Central America. The first country I visited was Mexico. As one of the most impressing differences between Mexico and the uncomfortable beginnig-of-march-germany I recently left, I experienced the vivid squares, where you can sit outside, till the late evening, watching children play and elderly people chat with one other. Later on the trip, in the middle of April, I spent some weeks in a Guatemalan family, where I learned some Spanish I badly needed. It was very recreative, to have a home again for some time, on the opposite side of the planet. Back on the road I went to Antigua, a colonial town, where you can visit enormous ruined abbeys. I spent a whole day there, searching for a post office, to send the handicrafts home that I had bought in Guatemala. In the beginning of may I reached the Guatemalan east coast. I spent a few rainy days in a hostel called „the roundhouse“, playing „risk“ with the hostel owners and other travellers, and discovered a highly enjoyable book with childrens poems of Shel Silverstein. In Leon, Nicaragua, I spent more time, than I wanted: While my girlfriend was sick, I had plenty of time to draw the hostel we lived in. In the end we were both happy to leave this place, heading south to Granada, from where we took the ferry to the amazing Isla de Ometepe. The only place I slept, that had a swimming pool, was the hostel „cranky crok“ in Costa Rica, from where I visited the Manuel Antonio national park. Unfortunately it was not possible to enjoy it the whole day, because we witnessed the first tropical storms of the rainy season, sitting dry on the roof terrace, and drinking coffee. Around the time of arriving in Panama I began to feel more competent as a traveller. I was calmer, but also less impressed of the beautiful nature and the foreign culture, than in the roaring beginning of the trip. At least I cured this beginning travelling-tiredness with a breathtaking and challenging sailing trip to Columbia – the last country on the list. In the cool highlands of Columbia’s coffee region I celebrated my birthday, and finally took the bus to Bogotá, from where I returned to Germany, to enjoy the last days of summer back home.

Aleisa - Vía Vía (Nicaragua) - Fineliner & Aquarell - DinA5
Aleisa – Vía Vía (Nicaragua) – Fineliner & Aquarell – DinA5

 

Aleisa - Round House (Guatemala) - Fineliner & Aquarell - DinA5
Aleisa – Round House (Guatemala) – Fineliner & Aquarell – DinA5

Aleisa - Café Panamastadt (Panama) - Fineliner & Aquarell - DinA5
Aleisa – Café Panamastadt (Panama) – Fineliner & Aquarell – DinA5

Aleisa 018 - San Marcos La Laguna (Guatemala) - Fineliner & Aquarell - DinA5 - Stefan Eisele